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Was soll ich schreiben? Tipps für die richtigen Inhalte

Geschrieben von Dr. Diana Mantel | 24.12.2019

Das lang ersehnte Event beginnt endlich, und da sitzt du, als Live-Blogger, gespannt auf die Veranstaltung. Der Keynote-Sprecher setzt zum Vortrag an, deine Finger schweben erwartungsvoll über der Tastatur, um das Wichtigste für den Live-Blog einzufangen – doch, was kommt jetzt? Wie sorgt man dafür, wirklich das Wichtigste unterzubringen und nichts zu verpassen? Und worauf muss man bei seinen Blogposts achten? In jedem Fall gilt: keine Angst vor dem leeren Blog! Denn hier folgen ein paar Tipps, um die besten Inhalte für einen Live-Blog zu erschaffen.

Willkommen - Bienvenue - Welcome!

Am Anfang war das Wort, und zwar: Hallo. Manchmal auch eher Moin, Grüezi oder Guten Morgen. Wo auch immer man sich befindet: eine ordentliche Begrüßung sollte auf keinem Live-Blog fehlen. Dabei beginnt ein Live-Blog durch die Teaser-Posts ohnehin schon vor dem eigentlichen Event – aber die echte Live-Berichterstattung muss keinesfalls mit dem ersten Redebeitrag anfangen. Mit einem schlichten „Guten Morgen“ lässt sich nicht nur der eigentliche Live-Blog gut starten, sondern er macht auch klar: Jetzt. Geht. Es. Richtig. Los. Mit dem Event genauso wie mit dem Live-Blog – und ein kleiner Post zur Begrüßung stimmt jeden Blogger erst so richtig bei seiner Arbeit ein.

Bloggt mal, wer da spricht!

Die Referenten sind die Stars der Veranstaltung! Dementsprechend sollten sie auch im Live-Blog, noch vor ihren Statements, einmal vorgestellt werden. Hier einfach:

  • den vollständigen Namen der Referenten nennen (unbedingt nachprüfen, ob man sie richtig geschrieben hat – kein Fehler ist peinlicher als hier),
  • einen kurzen Überblick über besondere Leistungen in deren Leben geben,
  • anteasern, über was der jeweilige Referent heute sprechen wird,
  • erklären, warum dieser Referent hier und heute sprechen wird und was ihn zum Experten macht.

So wird nicht nur der Sprecher gut eingeführt, man kann im Post auch leicht auf die Seite des Referenten verlinken. Zum einen bekommt dessen Seite so mehr Klicks – und zum anderen können die Veranstalter ihn dadurch leichter um den Gefallen bitten, den Live-Blog auf seinen sozialen Netzwerken zu posten und zu sharen. Das sorgt im Endeffekt für mehr Reichweite und Klicks für alle Beteiligte – eine klare Win-Win-Situation.

Und… Action!

Ein Live-Blog lebt von den Highlights des jeweiligen Events – das Besondere des Events steht im Mittelpunkt und all das Wichtige und Aufregende, was gerade in diesem Moment passiert. Leichter gesagt als getan – wie filtert man das Besondere aus all dem, was auf einer Veranstaltung oft Schlag auf Schlag passiert, heraus? Eine einfache Methode ist diese: Wenn du dem Vortrag folgst und an einen Kollegen denkst, der gerade nicht dabei ist – was würdest du ihm darüber erzählen?

Dabei lohnen sich vor allem diese Fragen:

  • Welche Aussagen, Zitate, Storys wären dir dann wichtig, damit der Kollege sich informiert fühlt und doch gleichzeitig nicht langweilt?
  • Welche Aussprüche fassen den Vortrag besonders gut und prägnant zusammen?
  • Welche Kernaussagen geben den Inhalt besonders gut wieder?
  • Was bleibt bei diesem Vortrag am meisten in Erinnerung?

Zusätzlich lohnt sich der Blick auf mögliche Diagramme und Grafiken, die die Speaker benutzen und die zusätzliche Infos bringen, die sich gut auf dem Live-Blog festhalten lassen.

Euer fiktiver Kollege, der daheim auf die Infos wartet, existiert ja auch wirklich: nämlich als Leser außerhalb des Events, der so alles miterleben kann. Und der nicht zuletzt ein potentieller Besucher des nächsten Events sein kann – wenn du ihn mit deinem Live-Blog neugierig genug gemacht hast. Für die Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung stellt der Blog dann eine echtes Warenlager an Zitaten, Textbausteinen und Ideen für zukünftige Artikel und Posts dar – auch hier lohnt es sich, wenn du daran denkst, was man später in diesem Bereich brauchen kann.

Häppchen für Buffet und Blog

Ein Highlight – und für manche auch DAS Highlight – jeden Events: das Buffet. Klingt profan, aber so informativ, tiefsinnig und bedeutend ein Event für Kopf und Geist sein mag, das Essen dort hält eben Leib und Seele zusammen. Vor allem die Fotos vom Buffet lassen dann auch oft den daheimgebliebenen Kollegen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Davon ganz abgesehen: das Buffet ist für jeden Auftraggeber ein großer und wichtiger Kostenpunkt, der dementsprechend gewürdigt werden und seinen Platz auf dem Live-Blog bekommen sollte.

Und nicht vergessen: das Essen auf Veranstaltungen sorgt einerseits für volle Bäuche, andererseits aber für gute Gespräche – nirgendwo gibt es mehr Small Talk und Networking als um die Stehtische von Konferenzen herum. Also auch das für mögliche Texte im Hinterkopf behalten – und ruhig mal die Leute fragen, was ihnen am besten geschmeckt hat oder was ihr Geheimtipp am Buffet ist. Das kann nicht nur mehr Material für Blogbeiträge, sondern auch mehr Leser auf den Blog bringen.

Starke Zitate

Zitate lohnen sich nicht nur, um das Best of der Vortragenden auf den Punkt zu bringen, sie lohnen auch für die Posts um die Veranstaltung herum. Zum Beispiel zum obigen Thema „Buffet“: Wenn man nicht nochmal die Menüfolge aufzählen will, lohnen sich hier Zitate und Aphorismen berühmter Menschen rund ums Essen und die angebotenen Speisen – gute Zitate kann man z.B. auf aphorismen.de, auf zitate.net oder (auf Englisch) auf brainyquote finden. Natürlich müssen diese auch zum Thema und zur Tonalität des Events passen müssen: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ mag von einem der wichtigsten deutschen Schriftsteller (Bertolt Brecht) stammen, ist aber ein denkbar schlechtes Zitat für beispielsweise eine Konferenz im Finanzwesen. Einfach an die Gäste des Events denken und sich fragen, was sie – außer dem Kuchenbuffet – noch unterhalten könnte. Aphorismen sorgen übrigens nicht nur für ein wenig Humor auf dem Blog, sondern durch die oft prominenten Urheber der Zitate für ein wenig mehr Tiefgang.

Wenn mal die Action fehlt

Klar kommt es auf einem Event mal zu Pausen, in denen nichts passiert. Abgesehen von den vorgesehenen Pausen wie der Lunch-Zeit gibt es manchmal auch Vorträge, die weniger ergiebig sind als gedacht, oder lange Wartezeiten, in denen etwas Zeit überbrückt werden muss. Was also dann berichten? Wieder lohnt es sich, wenn du dir überlegst, was das Besondere an dem Event ist:

  • In was für einer Location findet es z.B. statt? Oft handelt es sich um außergewöhnliche Orte, die eine Menge zum Posten bieten.
  • Gibt es etwas Interessantes über den Ort bzw. die Stadt zu erzählen?
  • Geben die jeweilige Jahreszeit oder bestimmte zeitliche Ereignisse etwas her?

Wichtig kann all das "Außenherum" sein, das mit der Veranstaltung zu tun hat, aber nicht direkt auf dem Programm steht. Am besten hier mit dem Fotografen absprechen, welche Motive lohnen, damit man das Geschehen außerhalb der Vorträge und Workshops nicht nur in Texten, sondern auch in Bildern erzählen kann. Solche Posts bieten den Vorteil, dass sie sich gut vorbereiten lassen und gleichzeitig ein breiteres Spektrum an Themen abdecken, die den Live-Blog vielseitig wie ein gutes Magazin machen.

Sag zum Abschied leise Servus…

Am Ende des Events sollten ein paar Abschiedsworte kommen, und wenn es nur ein paar Worte um das simple „Auf Wiedersehen im nächsten Jahr“ herum sind. Denn man sollte nie vergessen: Auch wenn ein Live-Blog von seiner Aktualität lebt und an einem Event entlang geschrieben wird, sollte er wie jeder andere Text eine Abrundung bekommen. Vor allem bei regelmäßigen Veranstaltungen beginnt dann in absehbarer Zeit der Kreislauf aus Teasern und der Vorbereitung eines neuen Blogs – und der Aufbereitung des alten Blogs für die Unternehmenskommunikation. Dementsprechend hilft man den Organisatoren, wenn man – last but not least – den Blog zu einem Ende bringt und damit für diese Veranstaltung abschließt. Denn: The end is just the beginning, und das nächste Event wartet sicher schon um die Ecke.

Beherzigt man diese Tipps, kann beim Live-Bloggen eigentlich gar nichts mehr schief gehen. Also, auf die Tasten, fertig, los!